Das geplante Abkommen zwischen der EU und dem Mercosur sieht eine zollfreie Einfuhrquote von rund 45.000 Tonnen Honig vor. Diese Quote gilt für Honig mit Ursprung in Mercosur-Ländern, darunter Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay.
Bereits heute stammen bereits rund 24.000 Tonnen des in die EU importierten Honigs aus Mercosur-Ländern. Gleichzeitig wird ein neues Handelsabkommen mit der Ukraine ab 2026 zu einem Anstieg der zollfreien Honigimporte um 583 % führen. Die bisherige Obergrenze von 6.000 Tonnen wurde auf 35.000 Tonnen angehoben, obwohl die Ukraine als Umschlagplatz für gefälschten Honig aus China bekannt ist.
Die Ausweitung der Honigimporte ohne wirksame Kontrollmechanismen widerspricht dem Europäischen Green Deal, der Farm-to-Fork-Strategie und der Biodiversitätsstrategie. Die europäische Imkerei leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Bestäubung, zur Biodiversität und zur Stabilität der landwirtschaftlichen Erträge. Ihre wirtschaftliche Schwächung steht im Widerspruch zu diesen politischen Zielen, die Imkereien können ihre Unternehmen und damit die Ökosystemleistungen nicht mehr mit dem Honigertrag finanzieren.
Zur Unterzeichnung des Vertrags durch die EU Präsidentin von der Leyen erklärt der Präsident des Neuen Imkerbundes, Imkermeister Jürgen Binder: „Mit der Unterzeichnung des MercosurAbkommens fließt noch mehr zollfreier, billiger Honig in die Europäische Union. Die europäischen Imkerinnen und Imker sind nicht dann mehr in der Lage, die Bestäubung der Kultur- und Naturflächen sicherzustellen. Nach der Covid Krise war allen klar, dass regionale Wirtschaftskreisläufe gestärkt werden müssen, um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Heute sind die in der Pandemie gemachten Erfahrungen offensichtlich Schnee von gestern“
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